1990 – Beginn des Feldjägerdienstes in den neuen Bundesländern

Mit dem Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 begann ein tiefgreifender Umstrukturierungsprozess innerhalb der Bundeswehr. Für die Feldjägertruppe bedeutete dies den Aufbau neuer Dienststellen in den östlichen Bundesländern.

Bereits vor dem Tag der Wiedervereinigung hatten vorbereitende Gespräche auf Grundlage von Planungen des Heeresamtes stattgefunden. Ziel war die Einrichtung von Feldjägerdienstkommandos in Neubrandenburg, Potsdam und Leipzig. Diese sollten zunächst den Feldjägerdienst sicherstellen und später in die neu aufzustellenden Feldjägerbataillone 701 in Leipzig sowie 801 in Neubrandenburg eingegliedert werden.

In den Vorbereitungen wurde festgelegt, welche Verbände die personelle und materielle Verantwortung für die neuen Standorte übernehmen sollten. Das Feldjägerbataillon 610 erhielt den Auftrag, den Kommandoführer und wesentliche Teile des Feldjägerdienstkommandos Neubrandenburg zu stellen. Für Potsdam wurde diese Aufgabe dem Feldjägerbataillon 730 übertragen. Das Feldjägerbataillon 720 sollte beide Kommandos zusätzlich mit Personal und Material unterstützen.

Im Bereich des Territorialkommandos Süd war die Aufstellung des Feldjägerkommandos Leipzig vorgesehen. Mit dem Aufbau wurde federführend das Feldjägerbataillon 760 beauftragt.

Die folgenden Ereignisse der Chronik dokumentieren sowohl die offiziellen Befehle als auch die persönlichen Erlebnisse der „Männer der ersten Stunde“. Sie zeichnen den Weg von den ersten Planungen über die Einrichtung des Feldjägerdienstkommandos Potsdam bis zur Aufstellung der 4. Kompanie des Feldjägerbataillons 801 am 1. Oktober 1991 nach.